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VERBESSERN DES LAUFVERHALTENS DER SPITZE

Oftmals sehe ich Mannschaften, die einen sicheren und gelungen Spielaufbau betreiben, aber dann ratlos werden, wenn das Spiel in die Spitze fortgesetzt werden muss. Hier verlangt das Spiel nicht nur Spieler, die gezielt Pässe in die Spitze spielen können, sondern vor allem auch Stürmer, die wissen, wann, wie und wohin sie sich vom Gegenspieler zu lösen haben. So ergeben sich von Spielsituation zu Spielsituation verschiedene Optionen für einen Stürmer: evtl. hat er viel Raum im Rücken und kann steil in die Tiefe laufen und dorthin den Ball fordern oder er hat wenig Raum, einen direkten Gegenspieler im Rücken und muss den Ball erstmal sichern oder klatschen lassen. Vielleicht ist es auch besser, sich seitlich weg zu lösen, um den Pass und den Ball frontal Richtung Tor empfangen zu können? Du siehst, das Spiel in der Spitze ist sehr komplex und verlangt daher auch ein spezielles Positionstraining, das eben nicht nur aus Torabschlüssen auf das Tor besteht. Denn bevor Dein Stürmer zum Abschluss kommt, muss er erst einmal in diese Schussposition gebracht werden. Hiefür stelle ich Dir heute eine Spielform vor, mit der Du das Laufverhalten Deines Stürmers verbessern kannst.

Schwerpunkte:

🔸 Lösen vom Gegner
🔸 Erkennen von freien Räumen – Orientierung & Wahrnehmung
🔸 Ballan- & -mitnahme
🔸 Ballsicherung
🔸 Passspiel

Coaching:

🔸 Im richtigen Moment vom Gegner lösen
🔸 Hin- und herlaufen der Spitze vermeiden
🔸 Körperfinten der Spitze
🔸 Möglichkeiten des Ablockens aufzeigen

Grundaufbau

Abb.1 – Grundaufbau

Wir benötigen ein ca. 35m langes und ca. 15m breites Spielfeld, welches in drei Zonen eingeteilt ist. In der Mittelzone postiert sich jeweils eine Spitze von Blau und eine von Rot. In den Endzonen postieren sich jeweils zwei
Blaue und zwei Rote Spieler, sodass in den beiden Endzonen ein 2 vs. 2 entsteht. Zusätzlich wird ein Neutraler Spieler Gelb bestimmt, der sich frei in allen Zonen bewegen darf.

Haupteil

Spielform

Abb.2 – Grundablauf

In der Spielform geht es für die beiden Mannschaften erst einmal darum, den Ball aus einem 2 vs 2 von Endzone zu Endzone zu spielen. Gelingt dies, erhält die Mannschaft einen Punkt. Dabei ist darauf zu achten, dass der Ball nicht direkt von der einen Endzone in die andere Endzone gespielt werden darf. Der Ball muss immer erst über die Spitze in die gegenüberliegende Endzone gespielt werden. So wird der Stürmer permanent dazu angehalten, sich entsprechend vom Gegner zu lösen und sich anspielbar zu machen. Die Spieler in den Endzonen dürfen zudem ihre Endzone nicht verlassen.

Der Neutrale Spieler (gelb) darf sich in allen drei Zonen frei bewegen und spielt immer bei der ballbesitzenden Mannschaft. Er soll in den Endzonen Überzahl schaffen und so das „Aufbauspiel“ vereinfachen. So kann die ballbesitzende Mannschaft den Ball in den Endzonen erst einmal über mehrere Stationen laufen lassen, bis sich eine gute Situation ergibt, in der sich die Spitze anspielbar gemacht hat. Der Neutrale Spieler darf allerdings zunächst nicht mit der Spitze in der Mittelzone kombinieren. Wird der Neutrale Spieler in der Mittelzone von einem Spieler der Endzone angespielt, so darf er nur in diese Zone zurück spielen. Die Spitze muss auch nicht zwingend in die gegenüberliegende Endzone reinspielen. Wenn der Gegnerdruck zu groß ist und ein Aufdrehen bzw. ein Anspiel der anderen Endzone nicht möglich ist, kann die Spitze auch in die Zone zurück spielen, aus der der Ball kam.

Variationen

Variation 1

Abb.3 – Variation 1

Die Spielform kann natürlich erweitert und variiert werden. Der Fantasie sind hier wieder keine Grenzen gesetzt. Eine von vielen Variationsmöglichkeiten möchte ich Dir nun einmal vorstellen. War es dem Neutralen Spieler eben noch verboten, mit der Spitze zu kombinieren, ist dies nun erlaubt. Die Spieler in den Endzonen dürfen ihre Zone nach wie vor nicht verlassen. Da wir mit dieser Spielform zunächst einmal das Laufverhalten der Spitze trainieren möchten, müssen die Spieler in den Endzonen auch jetzt erst einmal immer in die Spitze spielen (s.Abb 3, Nr.3). Und es darf auch nur die Spitze in die gegenüberliegende Endzone reinspielen. Wurde die Spitze erfolgreich angespielt, darf der Neutrale Spieler direkt nachrücken (Nr.4) und sich zum kombinieren zeigen. Die Spitze muss nun entscheiden, wie sie sich am Besten zu verhalten hat. Konnte sich die Spitze aufdrehen? Ist der Passweg in die Endzone offen? Ist der Gegner sehr eng an der Spitze dran? Kann sich die Spitze evtl. um den Gegner drumherum winden? Oder muss die Spitze den Neutralen ins Kombinationsspiel mit einbeziehen?

Animation

Mit einem KLICK aufs Bild gelangst Du zur Animation

Diese Spielform verlangt einiges von deinen Spielern, inbesondere Deiner Spitzen, ab. Aber auch als Trainer bist Du in dieser Spielform extrem gefordert. Denn es gilt, die Spitze gezielt zu coachen. Das heißt, dass Du als Trainer das Spielgeschehen genau beobachten und geeignete Spielsituationen anhalten und einfrieren musst. Als Trainer gilt es hier auf die vielen kleinen Details zu achten und diese an die Spitzen weiterzugeben. Hierzu gehört auch, der Spitze aufzuzeigen, wie sie sich besser frei machen kann – z.B. durch einen geschickten Arm- bzw. Lauffinteneinsatz (Abdrücken vom Gegner, um den Gegner drumherum winden, Kommen und Gehen, Gehen und Kommen, etc.)


„Diese Grafiken sind erstellt mit easy Sports-Graphics – www.easy-sports-software.com

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