LOGIN-DATEN VERGESSEN?

UMSCHALTEN AUF ANGRIFF – BALLEROBERUNG ZENTRAL

Umschalten hat nicht erst seit dieser Saison einen hohen Stellenwert. So beeindruckte Jürgen Klopp nahezu die gesamte Fußballwelt mit seinem aggressiven Umschaltspiel mit Borussia Dortmund. Und auch sein Nachfolger Thomas Tuchel legte viel Wert auf ein schnelles Umschalten.

Heute möchte ich Dir einmal eine Spielform zeigen, mit der auch Du deiner Mannschaft ein schnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff beibringen kannst. Dabei lege ich den Fokus heute zunächst einmal auf eine Balleroberung im Zentrum. Wir wollen den Gegner also nach Möglichkeit in das Zentrum lenken und dort aggressiv ins Pressing kommen. Dafür habe ich eine Spielform im 7 vs 7 für Euch vorbereitet, mit der Du je nach Coaching, verschiedene Schwerpunkte legen kannst. Den Grundablauf sowie 3 bzw. 4 Variationen stelle ich Euch nun einmal vor.

Schwerpunkte:

🔸 gegnerischen Angriff lenken
🔸 Pressingsituationen erkennen & herstellen
🔸 zielstrebiges Umschalten von Abwehr auf Angriff

Coaching:

🔸 Nicht zu früh Anlaufen
🔸 konsequentes Zweikampfverhalten in der Pressingzone
🔸 mutige Vertikalpässe und Läufe

Grundaufbau

Abb.1 – Grundaufbau

Ein Spielfeld gemäß Abb.1 in zwei Zonen – eine Aufbauzone und eine Pressingzone (gelb) aufbauen. Die Spieler ihren Positionen so zu ordnen, dass in den Zonen jeweils eine 4 vs 3 Über-/Unterzahlsituation entsteht. Zusätzlich zwei Minitore – oder als Alternative zwei Passtore aus Hütchen – neben der Pressingzone links und rechts aufbauen.

Haupteil

Spielform

Abb.2 – Grundablauf

Team Rot baut jeweils immer im 4 vs 3 gegen die drei Offensivspieler von Blau auf. Dabei dürfen die IV die Aufbauzone NICHT verlassen. Die beiden AV dürfen allerdings auch in die Pressingzone vorrücken. Bei Blau dürfen ebenfalls jeweils nur die Außenspieler in die Pressingzone rein. Die Spitze muss also in der Aufbauzone bleiben. So ist sichergestellt, dass Blau nach einer Balleroberung immer eine tiefe Anspielstation behält. Ziel von Team Rot ist es entweder auf den Minitoren/Passtoren ein Tor zu erzielen oder aber auf das Großtor (primär). Blau soll nach Balleroberung so schnell und so zielstrebig wie möglich auf das Tor von Rot kontern und umschalten. D.h., dass Blau möglichst den Blick und seine Laufwege in die Tiefe richten soll, um so den ungeordneten Gegner schnell auszuspielen. Als Trainer solltest Du Blau zuerst frei umschalten lassen. Dauern die Umschaltaktionen zu lange, führe Provokationsregeln ein: z.B. eine Zeitvorgabe bis zum Torabschluss oder eine Anzahl an maximal erlaubten Pässen. Verteidigt Rot die Umschaltaktion von Blau, kannst Du entweder frei spielen lassen bis der Ball im Tor oder im Aus landet oder aber Du unterbrichst und lässt neu starten. Vorstellbar ist auch, dass Rot bei einer Rückeroberung fünf Pässe spielen muss, um einen Punkt zu erzielen. Hier bist Du als Trainer gefordert und kannst dies selber steuern.

Die Balleroberung sollte Blau durch die numerische Überzahl in der Pressingzone öfter gelingen. Hat Team Blau trotz Überzahl Probleme Pressingsituationen herzustellen und zu erkennen, dann bieten sich folgende Variationen der Spielforn an.

Variationen

Variation 1

Abb.3 – Variation 1

Beginn ist wieder bei Team Rot in der Aufbauzone. Nun darf einer der beiden Innenverteidiger ebenfalls in die gelbmarkierte Pressingzone vorrücken. Dafür muss dann aber einer der Außenverteidiger in der Aufbauzone bleiben und „absichern“. Dies sollte in der Regel der ballnahe Außenverteidiger sein. Die Spitze von Team Blau darf entsprechend nun dem Innenverteidiger in die markierte Zone folgen und so weiter Druck auf ihn ausüben. Einer der Flügelspieler von Blau muss dann aber wiederum in der Aufbauzone bleiben, damit Blau immer eine tiefe Anspielstation behält. So muss Blau seine Pressingstrategie entsprechend anpassen.

Variation 2

Abb.4 – Variation 2

Um die Balleroberung noch deutlicher zu provozieren darf Team Rot nun keine Rückpässe mehr spielen. Ein Dribbling entgegen der Spielrichtung nach hinten weg, um sich aus dem Gegnerdruck zu befreien ist aber erlaubt. Dribbelt ein Spieler von Rot nach hinten weg, ist dies das Zeichen für Blau hartnäckig am Gegenspieler dran zu bleiben und diesen zu jagen.

Variation 3 – ohne Abb.

Team Rot darf wieder Rückpässe spielen. Dafür ist ihr Passkontingent auf 10 Teamkontakte begrenzt. D.h. Team Rot muss mit dem zehnten Ballkontakt zum Torabschluss gekommen sein. Andernfalls spielt der Trainer einen Ball auf die Spitze von Team Blau ein. Anschließend offensives Umschalten von Blau und defensives Umschalten von Rot.

Variation 4

Abb.5 – Variation 4

Statt zehn Teamkontakten, eine maximale Anzahl an Pässen für Team Rot vorgeben. In der Abb.4 muss Team Rot nach dem fünften Pass zum Abschluss kommen. Spielt Rot mehr als 5 Pässe, erhält Team Blau wieder einen Ball vom Trainer reingespielt (nicht in der Abb.5 zu sehen).

Animation

Mit einem KLICK aufs Bild gelangst Du zur Animation

„Diese Grafiken sind erstellt mit easy Sports-Graphics – www.easy-sports-software.com

OBEN